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PokerNews Cup 2007 - "Trouble-Trip" to Australia
November 01, 2007Es ist Sonntag, der 21.10.2007, ca. 3 Uhr früh. Nach nur gut 2,5 Std. mehr oder weniger guten Schlaf stehe ich auf und die Expedition PokerNews Cup 2007 beginnt. Gegen 3:45 Uhr verlasse ich mein Zuhause und fahre Richtung Düsseldorf Airport. Meine erste Flugetappe soll mich mit British Airways nach London-Heathrow bringen, wo ich mich schon freue, meinen deutschen Mitgewinnerkollegen CarlosMuc zu treffen. Um kurz nach Sieben heben wir mit Ziel London ab. Nach einer guten halben Stunde überkommt mich jedoch ein komisches Gefühl, es stimmt irgendetwas nicht im Flieger. Mag sein, dass es eine besondere Gabe der Intuition war, die mich kurze Zeit später bestätigte. Kurz darauf gab der Pilot eine Durchsage durch, dass seine Boardcrew " immediately" zu ihm komme solle. Mit einer für mich kontrollierten Anspannung sorgte die Bordcrew für das Aufräumen und Klarmachen der Passagierzone. Ich hatte den Eindruck, dass viele der Passagiere immer noch nicht spürten, dass hier etwas nicht
stimmt. Spätestens als der Druck auf den Ohren zunahm, der den bisher gekannten Ohrendruck überstieg, sollte dochjedem etwas aufgefallen sein. Das Flugzeug verlor deutlich an Höhe, was auch wohl gewünscht war. Kurze Zeit später befanden wir uns auch unter der Wolkendecke, so dass wir den Boden sehen konnten. Es schien wohl einen Sichtflug zu geben. Der Pilot gab per Ansage durch, dass wir in Brüssel landen müßten, da es Probleme gäbe. Genauere Ansage = Fehlanzeige ! In Brüssel erwarteten uns dann besondere Umstände, denn im Anflug konnten man erkennen, dass seitlich der Landebahn die Feuerwehr, Ambulanz und die Polizei mit Blaulicht für eine Notlandung bereitstand und das Flugzeug wie im besten Kinofilm eskortierte. Glücklicherweise ging alles soweit gut. Hintergrund waren wohl eine zersplitterte Cockpitscheibe und / oder ausgefallene Bordinstrumente.
Nachdem diese kleine Überraschung glimpflich abging, war mein erstes Augenmerk natürlich der Weiterflug, da mein Connection Flight in London sicherlich nicht warten würde und mein Flugpartner CarlosMuc von alldem nichts wußte. So sendete ich ich erstmal eine SMS, in der Hoffnung sie kann ihn auch erreichen. Im Terminal angekommen, warteten bereits gut 150 Passagiere am British Airways - Schalter. Eine ganze Person und eine Aushilfe standen dort bereit, Chaos pur. Passagiere mit Weiterflug nach Übersee schienen scheinbar keine Priorität zu genießen und es wurde Person für Person abgearbeitet. Erst als eine weitere BA - Dame laut nach Connection Flights für Australien nachfragte, sah ich Hoffnung doch noch pünktlich nach London zu kommen. So kam eine Dame und Ich in den Genuß in eine kleine Airline umgebucht zu werden, was die neidischen Blicke vieler Mitreisenden nach sich zog. Mir war es in diesem Moment relativ egal. Mein Gepäck wurde neu aufgegeben und es sollte auch ohne Probleme in Melbourne auf mich warten. Nach weiteren SMS - Nachrichten mit CarlosMuc konnten wir nach Ankunft in London-Heathrow und mitunter extremen Kontrollen, nach vielen Telefonaten und Mails vorab, uns erstmalig persönlich begrüßen. Nun sollte doch einer unbeschwerten Weiterreise nichts mehr im Wege stehen. Mit gut 40 Minuten Verspätung hob dann unser gemeinsamer Qantas-Flug Richtung Hong Kong ab. Im Flieger lernten wir dann noch zwei Holländer kennen, die ebenfalls Freeroll-Winner waren und ihr Ticket bei Tony G und Wingows Poker gewinnen konnten. Über die Baltische See und Asien kamen wir mit Verspätung in Hong Kong an und durften für gut 1,5 Std. die Maschine verlassen. Im Terminal angekommen, bekam ich unmißverständlich einen Hinweis, doch meine Poker-Basecap vom Kopf abzunehmen. Andere Länder, andere Sitten.
Nach weiteren langen Flugstunden näherten wir uns dann dem nördlichen Australien, um die letzten gut 4800 km nach Melbourne zu fliegen. An guten und langen Schlaf war während der Reise nicht allzu viel zu denken, daher sehnte man sich danach langsam das Ziel zu erreichen. So war die Erleichterung mir und CarlosMuc anzumerken, als man die Landung in Melbourne ankündigte. Als ich das Fahrwerk ausfahren hörte bemekte ich jedoch auch den dichten Nebel außerhalb und sagte scherzhaft, dass ich mich bei meinem Pech nicht wundern würde, wenn nun auch was schief ginge. Na, es kam auch so, denn kurz vor Bodenkontakt startete der Pilot durch. To foggy ! Die 4,5 Mio-Metropole Melbourne verfügt an ihrem Airport nicht über die notwendige Technik ein Flugzeug bei Nebel landen zu lassen, unglaublich. So ging der Flug gut 680 km weiter nach Sydney, da die Maschine nicht mehr genug Cherosin hatte, um gegebenenfalls eine Zeit lang über Melbourne zu kreisen. In Sydney gelandet waren zunächst einmal alle Toiletten gesperrt, was neben der mangelhaften Informationspolitik an Board, doch für einigen Frust unter den Passagieren sorgte. CarlosMuc nutzte sofort die Chance unser Hotel anzurufen, um unsere Verspätung anzumelden, bevor wir womöglich noch ohne ein Zimmer dastehen. Nach gut 2 Std. ungeklärter Situation flogen wir doch wieder zurück nach Melbourne und sollten doch endlich am Zielflughafen landen, welch eine Erleichterung.
Aus der Maschine heraus ging es dann zunächst durch die Passkontrolle und dann zur Gepäckausgabe.
Bevor dieses jedoch auf das Band kam, vergingen nochmals unsägliche 25 Minuten. CarlosMuc hatte seinen Koffer bereits in der Hand, als mich wieder mein Pechgefühl begleitete und kurz darauf mein Name ausgerufen und ich zur Baggage-Office gebeten wurde. Eine Qantas-Dame empfing mich mit einem freundlichen "How are you?", als wenn alles eitel Sonnenschein wäre. Ein gezwungenes Lächeln zwang mir ein "fine" heraus, um anschließend aber sehr deutlich und ernst zu fragen: " Where is my luggage?" Kurz um, mein Koffer war nicht mitgereist, aber es sollte mir am nächsten Abend ins Hotel gebracht werden. Meine Verärgerung versuchte die Dame mit einem Notpaket, in Form eines Kulturbeutels mit Inhalt Zahnbürste, Paste, Deoroller, sowie einer Qantas-Unterhose und T-Shirt zu stoppen. Als ich ihr deutlich machte, dass ich seit gut 36 Std. auf dem Wege bin und langsam rieche wie ein Cowboy, am nächsten Tag im Crown-Casino ein Poker-Turnier habe und verdammt nochmal meinen Koffer benötige, drückte sie mir noch einen Gutschein über 100 AU$ in die Hand, mit dem ich im Terminal etwas kaufen gehen könne. Sollte der Shop geschlossen haben, dies war übrigens der Fall, dann hätte ich aber Glück, denn unmittelbar bei unserem Hotel wäre ebenfalls ein Shop, den ich dann nutzen könne. Frustriert der Dinge die geschahen, passierte ich zwei weitere Einreisekontrollen und dann das Flughafengebäude. Im Taxi ging es dann endlich Richtung Hotel unweit des Crown- Casinos. Das Hotel war klein aber fein und ich war ebenso wie CarlosMuc froh, endlich ein Bett zu sehen. Nach einer nächtlichen Pizza und einer Flasche Bier ging es für mich dann nach gut 40 Std. in die Horizontale.
Am Morgen war ich aber bereits nach wenigen Stunden wach, um schnellstmöglich diesen besagten Shop zu finden. Als ich das Serviceprospekt aufschlug stellte ich allerdings fest, dass ich seitens Qantas gar keine Adresse im Prospekt bekam und dadurch diese Einkaufsmöglichkeit erledigt hatte. Diverse Anrufe aus dem Hotel folgten, jedoch frustrierend, da entweder niemand erreichbar, nicht zuständig oder wegen falscher Nummer zu verbinden war. So nervten wir mehrmals einen unbeteiligten Herrn, der uns mehrfach mitteilte, nichts mit Quantas am Hut zu haben. ;-) Nun gut, am Abend sollte hoffentlich die gewünschte Anlieferung des Koffers erfolgen, so zog ich meine durchgewaschenen Socken, sowie das Qantas-T-Shirt an und machte mich auf, um uns im Casino und dem PokerNews Office zu registrieren. Dort wurde uns unser Sponsorenoutfit übergeben, so dass ich wenigstens genügend T-Shirts und eine Trainingsjacke zum Anziehen hatte. Glücklicherweise gab es keinen strengen Dresscode seitens des Casinos, so dass mein erster Auftritt während des 230 $ NL Texas Holdem Events gesichert war. Als ich dieses Event dann gespielt war, hatte ich natürlich nichts anderes im Sinn, als ins Hotel zu gehen und zu prüfen, inwieweit die Anlieferung erfolgt war. Leider währte meine Vorfreude nur kurz, als mir die Reception mitteilte, es wäre kein Koffer angekommen. Folglich war die Frustgrenze erreicht und im Hotelzimmer machte ich dann den Versuch über Qantas meinen Koffer zu bekommen. Wieder unendliche Versuche mit Vertröstungen und Schuldzuweisungen auf eine externen Dienstleister. Endlich hatte ich einen Herrn am Apparat, der sich wunderte wieso ich nachts anrief. Zum x-ten male erzählte ich mein Problem. Nachdem er seine Hilfe anbot und um Geduld bat, denn er musste schließlich seine Schuhe erst einmal anziehen, machte er sich auf den Weg, um irgendwo in den Tiefen des Airport Melbourne oder sonstwo nach meinem Koffer Auschau zu halten. Man hörte Stimmen, Türeknallen usw. und dann endlich wieder seine Stimme die da sagte, dass wohl einige Koffer angekommen sein. Wie mein koffer aussähe wolle er wissen und nachdem er ein unverkennbares Zeichen mitgeteilt und meinen Koffer identifiziert hatte, teilte er mir diese positive Nachricht mit.
Sichtlich erfreut, dass er mich überglücklich machte, wollte er auch umgehend ein Taxi mit dem Transport meines Koffers beordern. Es war zwar keine halbe Stunde wie versprochen geworden, sondern geschlagene 2 Stunden, aber das war dann gar nicht mehr so wichtig. Im Hotel angeliefert, rief ich dem Taxifahrer zur Belustigung des Hotelpersonals zu, er sei nun der "Hero of the Night" für mich, doch dachte dieser wohl eher, ich sei ein durchgeknallter Tourist. ;-) Den Koffer in Empfang genommen ging ich sofort ins Zimmer, duschte mich und zog mir meine heißersehnten frischen Klamotten an und ließ mich trotz der nächtlichen Zeit ins Casino fahren und feierte mit ein paar Bier diesen große Glücksgefühl !!!





