Retrospektive PokerNews Cup 2007
Monday, May 05, 2008 16:26Gut ein halbes Jahr ist es nun her, dass ich das unvergleichbare Erlebnis genießen und Downunder am PokerNews Cup 2007 teilnehmen durfte. Über meinen Trouble Trip durftet Ihr bereits im vergangenen Jahr schmunzeln.
Nachdem unser Communityfreund Carlos ausführlich im fünfteiligen Bericht über die Australienreise berichtet hat, dachte ich es wäre unnötig noch mehr zu schreiben. Doch gerade im Hinblick auf den im Oktober 2008 erneut stattfindenden PokerNews Cup, möchte ich meine eigenen Eindrücke doch noch auf's Papier bringen.
Nach unserer doch sehr langen Anreise und kurzen Nacht, im zum Casino nahegelegenen Hotel Batman Hill on Collins, machte ich mich mit Carlos auf zum PokerNews-Office. Dort empfingen uns mit Tricia, Cory-Ann und Andrew unsere wichtigsten Ansprechpartner für die nächsten Tage. Nach Entgegennahme unserer individuellen Sponsorenkleidung führte uns der Weg direkt durch eine Art Fußgängerröhre Richtung Crown Casino.
Vorbei an großen Werbeschildern POKERNEWS CUP Australia und SPRING RACING Carnival, beschallt mit einer ganz speziellen Werbemusik des Casinos ( http://www.crowncasino.com.au/ ), war es wahrlich ein unbeschreiblich elektrisierendes Gefühl, als man immer näher auf die Rolltreppe zukam, um dann ein immer lauter werdendes Klingel-Klimper-Jubel-und andere Glücksgeräusche wahrzunehmen. Da stand ich nun, die Rolltreppe fuhr mich hinunter in diese Höhle des Lasters und großen Geldes 




und ich nun mittendrin und konnte das Ganze noch nicht richtig realisieren. Da auch noch nie in Las Vegas, war das schon ein
irrer Einstand und was sollte diesen Moment noch toppen. Nach unserer Casinoregistrierung und netter Einführung durch eine Servicekraft, nahmen wir den ganzen Komplex in Augenschein. Vorbei an unzähligen Automatenspielen, einem riesigen Buchmacherbereich für Pferde-und Hunderennen, Bars, Pubs und Restaurants jeder Art, fuhren wir dann zwei Stockwerke hinunter in den Pokerroom. Begrüßt wurde man an jeder Ecke von Sicherheitspersonal, was ich durchaus positiv empfand. Da standen wir nun, dies war also das Herz des Casinos, welches Events wie die Aussie Millions und anderer großer Events beheimatet. WOW ! Im vorderen Bereich kann man an elektronischen Pokertischen Cashgame spielen, was wir die nächsten Tage und Nächte auch taten.
Trotz der Mittagszeit war ein reges Treiben im Pokerroom und es wurde gezockt wo man nur hinschaute.
Was natürlich niemand wissen konnte war, dass der Pokerroom für die nächsten Tage unsere "gute Stube"werden sollte.
Geschätzte 50 Pokertische befinden sich dort und angeblich lässt sich das Ganze sogar auf 60 auffüllen. Eine große offene Bar, ca. ein Meter höher gebaut zum Pokerroom, läßt supernah miterleben, was so an den Pokertischen passiert. So konnten wir auch noch hautnah miterleben, als die letzten drei Spieler das 230$ Pot Limit Omaha/R ausspielten und dies letztendlich Tino Lechich im Heads Up gegen Karlos Farah für sich entschied.
Nach diesem ersten Kulturschock
brachten wir erstmal unsere Klamotten zurück ins Hotel, um später zu unserem ersten Event, einem 230$ NL Holdem, zurückzukehren. 528 Spieler waren angetreten und ich spielte das ganze Turnier quasi Wandernomade. Geschlagene achtmal wurde ich umgesetzt und hatte nie die Gelegenheit wirklich mal die Spieler groß abzuchecken. Einen Vorteil hatte das Ganze ja, ich hatte eine Menge Leute kennengelernt und jeder wollte wissen woher ich komme und wie man so etwas gewinnen konnte. Nach über zwei Jahrzehnten ohne Englischunterricht auch eine nette Feuertaufe.
Nun ja, es ging auf die letzten Hundert im Turnier verbliebenen Spieler zu und 60 sollten ins Geld kommen. Mit 
und XXX im Flop ging ich All in und wurde von 
gecallt. Turn
River X und ich konnte ein Bierchen trinken gehen. Schade, hätte anschließend wirklich für ein Preisgeld reichen können. Für's erstemal doch gar nicht so übel dachte ich mir.
Schnell hatte man auch Kontakt zu anderen Freerollgewinnern und Onlinequalifikanten und langsam fand sich ein richtig toller Haufen zusammen, angereist aus allen Ecken dieser Welt. Das Schöne ist, dass diese Kontakte bis heute halten und es schon ein tolles Gefühl ist, Freundschaften in der gesamten Welt zu haben.
Am Folgetag stand dann der Umzug in Crown Hotel an, da Carlos und Ich zwei Nächte im vorab genannten Hotel eincheckten, um anschließend bis zur Abreise unseren Gewinn abzuwohnen. Ein tolles Hotel ( http://www. crownpromenade.com.au/ ) und mit allen Vorzügen, die man so zum Wohlfühlen benötigt.
Ein für mich besonderes Highlight war natürlich, dass ich hier quasi ein TV-Paradies vorfand, da 24 Std. Pferderennen übertragen wurden. Während dem Aufenthalt findet das Rennspektakel schlechthin in Australien statt, nämlich das Spring Racing Carnival ( für Insider: Cox Plate, Melbourne Cup, usw.! ) Leider konnte ich keine Gelegenheit finden, einmal live auf der Rennbahn zu sein. Dafür bekam ich zuhause von meinen Galoppsportfreunden nur ein mitleidiges Kopfschütteln entgegengebracht.
Naja, man kann nunmal nicht alles haben ! Am Abend stand dann das 550$ NL Holdem / R an und 240 Spieler waren angetreten. Kurzum, das ganze Turnier liefs eher schleppend und so richtig kam ich nicht in Fahrt. Leider versäumte ich mir genug Bargeld für ein mögliches Rebuy / Add on einzustecken und somit versuchte ich es nur mit dem Ausgangsstack.
So in etwa um Platz 120 versuchte ich einen dummen Move und wurde in dieser Hand noch aus dem Turnier befördert. Busto ! Trotzdem gings wie immer weiter in einem der unzähligen Bars, Pubs bzw. am elektronischen Pokertisch, wo sich abends eine regelrechte PokerNews-Freeroll-Winner-Sess ion abspielte. Schön war auch, dass im vorab genannten Sidevent, einer unserer holländischen Freunde cashen konnte und nach einem Deal 25000$ reicher war. Sieger war im Übrigen kein geringerer, als der Chiefeditor von PokerNews John Caldwell.
Der nächste Tag war dann spielfrei, da niemand am HORSE-Event teilnahm und unser Ausflug stattfand.
Mit dem Bus wurden wir in rund 40 Minuten zum Sanctuary-Park chauffiert. Dies ist ein Wildtier-Park für bedrohte Tiere. Ältere ehrenamtliche Guides nehmen sich willkürlich den ankommenden Gästen an und führen diese mit entsprechenden Information versehen durch das Gelände. Ich kann Euch versichern, ein Koala sieht in Natura noch süßer aus, als im TV. ( Eindrücke auch unter: http://www.ingrids-welt.de/reise/aus/htm/mrhs.htm )
Leider war es an diesem Tag etwas regnerisch und kühl, so dass man doch eher froh war, wieder schnell im Bus zu sein. Im Anschluß fuhren zu einer Vinery, wo eine Weinpräsentation und ein schönes Essen auf uns wartete.
PokerNews tat wirklich alles, um es uns nicht langweilig werden zu lassen. Besonderer Dank an Tricia und Andrew ! Nach der Rückkehr blieb aber nicht allzuviel Zeit, denn ein kleines Highlight wartete abends auf uns, nämlich die Welcome-Party im Crown Entertainment Complex. In einem abgesperrten VIP-Bereich versammelten sich geschätzte 120 Personen und bei appetitlichen Fingerfood und ausreichend Flüssignahrung erlebten wir einen netten Abend
. Natürlich war die Anwesenheit von Tony G für viele ein Highlight und so kam auch ich, Arm in Arm mit ihm, zu meinem verdienten Foto. Ein Kamerainterview durfte ich nebenbei erwähnt auch noch geben. An diesem Abend lernte ich auch Damon Rasheed kennen, gewissermaßen der operative Chef und Mit-Eigentümer von PokerNews. Ein toller Kerl, nett und wirklich supersympathisch. Was ich nicht wußte war, dass er nahezu den ganzen Tag 1 des Main-Events mein Gegner sein sollte.
Es müßte kurz vor Mitternacht gewesen sein, als wir uns alle wieder in unserem Wohnzimmer trafen und die elektronischen Pokertische belagerten und eine Menge Spaß miteinander hatten.
Den Folgetag verpasste ich leider, da sich mein Körper wohl das Schlafdefizit ausgleichen wollte und ich pünktlich zum Treffpunkt der Bootstour auf dem Yarra-River wach wurde.
Nun ja, es gab ja noch Pferderennen im TV und ein bißchen Abhängen schadete auch nicht.
Am Abend folgte wieder das Standardprogramm, wobei auch einmal das restliche Casino unsicher gemacht wurde. Jetlag oder Müdigkeit kam offengesagt nie groß vor, da man im Grunde 24 Std. im künstlichen Licht unterwegs war und offengesagt kein Zeitgefühl mehr besaß.
Nun folgte der große Tag 1 des Main-Events und die große Frage, wer sich an deinem Tisch einfinden würde. Ist es Joe Hachem, Mark Voss, Mel Judah, Lee Nelson, Jeff Lisandro, oder gar Tony G ? Nun ja, eine Person habe ich eben schon erwähnt und dazu gesellte sich die Lokalgröße Peter Pratis ( Aussie Million 2008 Event 1 Dritter ! ) und für kurze Zeit auch Johnny Vincent. Ansonsten hatte ich das Vergnügen mit einigen Onlinequalifikanten den Tag 1 zu starten.
20000 Chips und 60 Minuten-Level versprachen gutes Poker. 10 Level waren angesetzt und ein langer Tag stand uns bevor. Schnell hatte ich mit drei gespielten Händen 5000 Chips aufgepackt und es schien gut loszugehen.
Leider lief mein Double-pair in ein Set 7 und ich verlor gut die Hälfte meines Stacks. Oh Weh dachte ich, gerade mal im 2. Level und schon Ende ? Also auf Tight-Modus geschaltet und baute meinen Stack wieder Richtung 22000 auf. Im 5. Level halte ich 
gegen 
und checke UTG einen Flop
{
und höre ein Bet welches ich Raise. Ein Call lässt jetzt auf viel Action schließen. Den Turn
checke ich wiederholt und ein hohes Bet läßt mich innehalten. Nach kurzer Überlegung schiebe ich alles an Chips in die Mitte und schaue in große Augen des Gegners. Dieser callt nach gut zwei Minuten und der River zeigt keine Hilfe für ihn und er muß gehen. Nettes Double Up für mich, welches ich in der Spitze auf fast 60000 ausbauen kann. ( Average ca. 35000 ) Doch leider werden die Hände zum Ende des Tages so bescheiden, dass ich kaum noch zum spielen komme und daher vorziehe lieber unter Average in Tag 2 zu starten, als durch unüberlegte Moves ganz auszuscheiden. Somit beende ich den Tag 1 mit 35500 Chips und muß an Tag 2 nun angreifen. Zuerst überwiegt aber die Freude, unter den letzten 118 Spielern weilen zu dürfen die Tag 2 erreichen. Mit einigen meiner internationalen Freunde geht es dann zunächst noch bis 3:30 Uhr in der Früh in die Sportsbar und trinken noch ein paar Bierchen zusammen.
Nach einer kurzen Nacht begebe ich mich kurz vor Turnierbeginn ins Casino und hoffe auf ein schnelles Double Up und ein wenig Kartenglück. Gut 30 Big Blinds lassen aber nicht allzuviel Spielraum, da die Antes brutal am Chipstack zehren. Entgegen dem Tag 1 entscheide ich mich diesmal für die völlige Vermummung und und entgegen meiner Redseligkeit des Tag 1 werde ich mich stumm und starr, um mich unter meiner Basecap und dunklen Sonnenbrille zu verschanzen. Um es kurz zu machen, ich werde in den ersten beiden Levels sieben mal All in gehen, um leider nicht ein einziges mal gecallt zu werden. Schade, ich hatte überwiegend wirklich gute Starthände. Als ich mit knapp zehn Big Blinds Cut Off 
sehe, schiebe ich erneut alles in die Tischmitte, doch der Bigstack, gerade einmal drei Hände am Tisch, callt im Big Blind mit 
und das Board bringt keine Hilfe für mich. Der River hatte mir zwar noch einen Flushdraw eröffnet, aber das Turnier sollte somit beendet sein. Natürlich schade, da es zum Geld nicht mehr allzu weit war. So ging es erst einmal zum Hotelzimmer zurück und anschließend zum Internetpoint, wo ich meinen daheimgebliebenen Freunde, über das Geschehene in Kenntnis setzte. Nachdem sich die erste Entäuschung gelegt hatte, machte ich mich wieder auf, um mit dem Rest unseren holländischen Freund Willem anzufeuern, der als Smallstack einen fantastischen Überlebenskampf ablieferte und es wahrhaftig, knapp aber verdient, ins Preisgeld schaffte. SUPER ! Andrew und Tricia organisierten für uns alle im Crown-Entertainment Complex eine schöne Bowlingsession und gut zwanzig von uns hatten eine Menge Spaß. Zwischenzeitig kam auch Willem auf die Bowlingbahn und er wurde mit vielen Glückwünschen, Schulterklopfen und Händeschütteln empfangen. Die anschließende Nacht wurde dann auch wieder sehr lang. Genauergesagt um 10:45 Uhr saß ich mit meinem in London lebenden Italiener Ben und dem Kanadier Ken im MARGO'S und frühstückten. Wie gesagt, mein Zeitgefühl war während des Aufenthaltes gänzlich ausgeschaltet. Anschließnd ging es ins Hotel zurück und legte mich ins Bett, um aber pünktlich zum Final Table zurück im Casino zu sein. Langsam machte sich ein wenig Wehmut breit, es sollte nun der letzte Abend anbrechen und teilweise verabschiedeten sich auch schon die Ersten von unserer großen PokerNews-Familie, da ihre Flieger am Abend starteten. "Wenn Du in Irland bist melde dich."; "Komm doch mal nach Neuseeland, ich würde mich riesig freuen." Wann bist Du mal in London?" usw. Es war eine wahnsinnige Erfahrung, nicht nur des Pokerspiels wegen. Diese Internationalität und Stimmung untereinander war " amazing" ! Wie gut, dass ich während der Bowlingsession alle Emailadressen habe aufschreiben lassen. Somit stehen viele von uns heute noch regelmäßig in Kontakt miteinander. Nach einem gut zweistündigen Ausflug ins Melbourner Nachtleben, kam ich mit Ben wieder zurück ins Casino, wo immer noch vier Spieler um den Titel kämpften. Die letzten fünf Spieler und deren Hände kann man hier noch einmal sehen:
5.Platz
http://www.youtube.com/watch?v=rBwI1gezHfs&fea ture=related
4.Platz
http://www.youtube.com/watch?v=luO0shfOlzQ&fea ture=related
3.Platz
http://www.youtube.com/watch?v=Yp3iRqo7o7M&fea ture=related
Heads Up
http://www.youtube.com/watch?v=SHJa995lnCo&NR= 1
Interview Dory Zayner
http://www.youtube.com/watch?v=BCTfBvT3AXE&fea ture=related
Am nächsten Morgen war dann Kofferpacken angesagt und ein letzter Besuch im Pokerroom wollte ich mir nicht entgehenlassen 
. Eifrig waren dort bereits die Aufräumarbeiten im Gange und nichts war mehr wie die Tage zuvor. Alltag machte sich breit und ein 100 $ Freeze Out - Turnier war am Vormittag natürlich wieder ausverkauft.
Ein letzter Blick und ein kurzes Selbstgespräch: " Hier mußt Du wieder hin!" und es ging ein letztes Mal die Rolltreppe hoch ins Casino, vorbei an der vertrauten Sportsbar, dem überdimensionalen Buchmacherbereich, dem MARGO's und den unzähligen Glücksspieltischen- und Automaten. Ein letztes Mal die Rolltreppe hinauf zum Hotel. Am frühen Nachmittag traf man sich dann in der Hotelllobby und es wurden die letzten gemeinsamen Fotos gemacht. Glücklicherweise konnte ich den Heimflug bis London gemeinsam mit einigen anderen antreten, so dass es mir beim Stop in Singapur und während des Fluges nie langweilig wurde.
In London war dann auch die letzte Verabschiedung angesagt, da nun Italien, Schweden und Frankreich die Ziele meiner Mitflieger war. Morgens um 9:30 uhr hatte ich wieder deutschen Boden unter den Füßen und eine supertolle Reise mit vielen bleibende Eindrücke und Freundschaften hinter mir. Das ich dann sogar noch in einem großen Bericht eines anderen bekannten Pokerportals, gemeinsam mit Joe Hachem in einem großen Bericht und mit Foto positiv erwähnt wurde, machte dann die Sache natürlich absolut rund. Australia, I'll be back soon !






Halli Hallo
war siche leiwand in downdown...wie was heuer in Salzburg !!?? schöne Grüsse von Lumpi...servus Lefti